Das Wachstum in unseren Hauptmärkten präsentiert sich weiter uneinheitlich. Die US-Wirtschaft marschiert vorne weg. Die Schweiz vermag sich vorerst in der Wachstumszone zu halten, während in der Eurozone eine technische Rezession droht. Die Vorlaufindikatoren haben sich stabilisiert, was eine Belebung der Wirtschaftsaktivitäten im Jahresverlauf erwarten lässt. Der Schuldenschnitt für Griechenland, aber vor allem die Liquiditätsausweitung der EZB sorgen vorerst für ein Aufatmen in Europa. Die nächsten Herausforderungen stehen jedoch bereits bevor.
In den meisten Schwellenländern tendierten die jüngsten Frühindikatoren weiter nach oben. Der Anstieg der Subkomponente „Neue Exportaufträge“ des chinesischen Einkaufsmanagerindex stimmt positiv. Die leichte Flaute in der chinesischen Exportwirtschaft dürfte in der zweiten Jahreshälfte abebben. Auf dem makroökonomischen Radarschirm tauchen jedoch vereinzelt grösser werdende Risiken auf. Hierzu zählen vornehmlich die sich ausweitenden Zwillingsdefizite in Indien und Brasilien.
Trotz der expansiven Geldpolitik der Notenbanken nimmt die Teuerung allmählich ab. Die schwache Konjunktur wird in 2012 für Inflationsraten um 2% sorgen. Die Schweiz leidet derweil nach wie vor unter deflationären Tendenzen aufgrund des starken Frankens. Für das Gesamtjahr sind dort kaum Preissteigerungen zu erwarten.
Wir erwarten in unseren Hauptmärkten auf absehbare Zeit keine Zinsanhebungen. Das anspruchsvolle wirtschaftliche Umfeld lässt dies kaum zu. Eine erneute Zinssenkung in der Eurozone ist durchaus denkbar, erwarten wir vorerst aber ebenfalls nicht.
Märkte
USA:
Das Konjunkturbild in den USA hat sich deutlich aufgehellt. Die Wirtschaftsleistung konnte im vierten Quartal dank eines positiven Konsums und einer deutlichen Zunahme der Investitionen um rund 0.7% zulegen. Die verbesserten Fundamentaldaten veranlassen uns, die Wachstumsprognose für die USA anzuheben. Wir rechnen neu mit einer Wachstumsrate von mindestens 2% für das Gesamtjahr 2012.
Europa:
Die Vorlaufindikatoren in der Eurozone scheinen sich allmählich zu stabilisieren, deuten jedoch schon seit längerem auf eine Kontraktion der Wirtschaftsleistung hin. So überrascht es wenig, dass das BIP im vierten Quartal um 0.3% abgenommen hat. Es ist nicht auszuschliessen, dass die Eurozone auch im ersten Quartal 2012 schrumpfen wird und sich somit technisch gesehen in einer Rezession befindet. Wir erwarten für 2012 vorerst aber nur einen leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0.5%.
Schweiz:
Die Wirtschaft ist im vierten Quartal überraschend um 0.1% gewachsen. Die Eintrübung der Vorlaufindikatoren in der zweiten Jahreshälfte hatte eine Kontraktion der Wirtschaftsleistung erwarten lassen. Die Schweiz leidet zunehmend unter dem schwachen Wachstum der Eurozone. Ob der private Konsum die positiven Vorgaben aus dem Vorquartal wiederholen kann, bleibt angesichts des tiefen Konsumentenvertrauens fraglich. Wir rechnen bestenfalls mit einem Wachstum von 1% in 2012.
Schwellenländer:
Zum geldpolitischen Lockerungskurs gesellen sich immer mehr Notenbanken in den Emerging Markets. Der geldpolitische Stimulus dürfte in den Schwellenländern den privaten Konsum und die Investitionen stützen. Ob es aber etwa der chinesischen Volkswirtschaft gelingen wird, eine nachlassende Exportdynamik durch eine stärkeren privaten Konsum zu kompensieren, bleibt fraglich.